Anamnese der jetzigen Erkrankung
Herr Ed Gellin ist ein 52-jähriger männlicher Patient mit einer signifikanten medizinischen Vorgeschichte von arterieller Hypertonie und Hyperlipidämie. Er wurde durch den Rettungsdienst eingeliefert und präsentiert sich mit seit 20 Minuten akut aufgetretenen, 10/10 substernalen Thoraxschmerzen, begleitet von Dyspnoe und ausgeprägter Diaphorese. Das präklinische EKG löste einen STEMI-Alarm aus.

Verlauf in der Notaufnahme
Voranmeldung durch den Rettungsdienst
Der Rettungsdienst meldet per Funk einen STEMI mit einer Ankunftszeit (ETA) von 5 Minuten.
Voranmeldung durch den Rettungsdienst
Der Rettungsdienst meldet per Funk einen STEMI mit einer Ankunftszeit (ETA) von 5 Minuten.
Klinische Entscheidungsfindung
Das Herzkatheterlabor (HKL) muss mobilisiert und ein Schockraum für die Übernahme des Patienten vorbereitet werden, um das EKG zu bestätigen, die medikamentöse Therapie einzuleiten und eine schnelle Door-to-Balloon-Zeit zu erreichen.
Diagnostik & Befunde
Maßnahmen
- Reservierung von Schockraum 2 für die Patientenaufnahme
⮑ Verlauf & Reassessment
Das System ist für die Ankunft des Patienten vorbereitet.
Initiale Beurteilung und Behandlung
Ankunft des Patienten und Übergabe durch den Rettungsdienst.
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Initiale Beurteilung und Behandlung
Ankunft des Patienten und Übergabe durch den Rettungsdienst.
Klinische Entscheidungsfindung
Der Patient erleidet einen akuten, massiven Vorderwandinfarkt. Das EKG zeigt 'Tombstone'-ST-Hebungen (grabsteinförmige ST-Hebungen), was auf einen kompletten proximalen Verschluss des Ramus interventricularis anterior (RIVA / engl. LAD) hinweist. Ziel ist die Stabilisierung, die Einleitung einer dualen Thrombozytenaggregationshemmung und Vasodilatatortherapie sowie der sofortige Transport ins Herzkatheterlabor zur perkutanen Koronarintervention (PCI).
Diagnostik & Befunde
- 12-Kanal-EKG
- Blutentnahme
Befunde:
- 7 Millimeter ST-Hebung in den Vorderwandableitungen ('Tombstones' / Grabsteine)
Maßnahmen
- Zerkauen von 324 mg Acetylsalicylsäure (ASS)
- Anlage eines zweiten peripher-venösen Zugangs
- 1 Hub Nitrolingual-Spray sublingual
- Rasur der Punktionsstelle als Vorbereitung für das Herzkatheterlabor
⮑ Verlauf & Reassessment
Der Patient bleibt wach und ansprechbar, nutzt Humor als Bewältigungsstrategie (macht Witze über ein Brazilian Waxing). Zügige Verlegung in das Herzkatheterlabor, um das Door-to-Balloon-Ziel von 51 Minuten zu erreichen.
Klinische Medien


Diagnosen & Disposition
Diagnosen im Verlauf
- [S01E03]Akuter Vorderwand-ST-Hebungs-Myokardinfarkt (STEMI)
Aktuelle Disposition
Verlegung ins Herzkatheterlabor zur notfallmäßigen perkutanen Koronarintervention (PCI).
Fallanalyse
Episodenkontext
Ed Gellin dient dazu, eine reibungslose, hochakute Erfolgsgeschichte für das Team zu demonstrieren. Der Fall unterstreicht die Leistungsfähigkeit der Notaufnahme, wenn das Protokoll perfekt ausgeführt wird.
Oberärztliche Beurteilung
Medizinische Genauigkeit
Der Fall entspricht sehr genau den modernen Protokollen der Notfallmedizin. Das Zerkauen von 324 mg nicht magensaftresistenter Acetylsalicylsäure (ASS) ist Standard für eine sofortige Thrombozytenaggregationshemmung. Die Gabe von sublingualem Nitroglycerin bei Thoraxschmerzen im Rahmen eines erhöhten Blutdrucks (152/95 mmHg) ist absolut angemessen. Die Betonung der 'Door-to-Balloon'-Zeit (Ziel <90 Min. ist Standard; intern streben sie 51 Min. an) und das Erkennen von 'Tombstone'-ST-Hebungen in der Vorderwand sind lehrbuchmäßige Konzepte.
Klinische Pearls
Zeit ist Myokard (Time is Myocardium): Der nationale Richtwert für die Door-to-Balloon-Zeit bei STEMI-Patienten, die sich in einem PCI-fähigen Krankenhaus vorstellen, liegt unter 90 Minuten. Kürzere Zeiten korrelieren direkt mit einer verbesserten Myokardrettung und einer geringeren Mortalität.
Pharmakotherapie der ersten Wahl (ASS & Nitroglycerin): Patienten mit Verdacht auf ACS müssen 324 mg nicht magensaftresistente Acetylsalicylsäure (ASS) ZERKAUEN. Das Kauen erleichtert eine schnelle bukkale und gastrale Absorption, wodurch therapeutische Thrombozytenhemmspiegel viel schneller erreicht werden als beim Schlucken einer ganzen Tablette. Gleichzeitig wird sublinguales Nitroglycerin zur Koronarvasodilatation und Symptomlinderung verabreicht. Zuvor müssen Kliniker jedoch einen ausreichenden Blutdruck verifizieren (wie bei diesem Patienten 152/95 mmHg) und eine rechtsventrikuläre Beteiligung (stark vorlastabhängig) oder die kürzliche Einnahme von PDE-5-Hemmern ausschließen, um eine katastrophale Hypotonie zu vermeiden.
Tombstone-ST-Hebungen: Ausgeprägte, nach oben konvexe ST-Strecken-Hebungen, die in den Vorderwandableitungen (V1-V4) in die T-Welle übergehen (und damit einem Grabstein ähneln), deuten auf einen massiven Verschluss hin, meist des proximalen RIVA ('Widowmaker' / Witwenmacher).
ASS-Gabe: Patienten mit akutem Koronarsyndrom sollten sofort bei Vorstellung 324 mg (oder in Europa häufiger zwischen 150 und 300 mg) niedrig dosierte Acetylsalicylsäure zerkauen. Das Zerkauen gewährleistet im Vergleich zum Schlucken ganzer Tabletten eine rasche bukkale und gastrale Absorption.


