Anamnese der jetzigen Erkrankung

Die Patientin stellte sich schreiend und stark agitiert in der Notaufnahme (ZNA) vor und klagte über etwas, das sich aktiv in ihrem Ohr bewege. Aufgrund der intensiven Schmerzen und der mit diesem Gefühl verbundenen Panik war sie nicht in der Lage, still zu halten.

Patientenvorstellung
Patientin hält sich ängstlich das linke Ohr.Die lokalisierte Schonhaltung der Patientin am betroffenen Ohr, kombiniert mit starker Agitiertheit, deutet stark auf einen akuten otologischen Notfall hin. Die Bewegungen des Insekts gegen das hochempfindliche Trommelfell (Membrana tympani) sind extrem schmerzhaft.

Verlauf in der Notaufnahme

Initiale Evaluation

00:02:10S01E04Untersuchungsraum der Notaufnahme
Nicht angegeben; Patientin sichtlich in Distress und mit unkontrollierten BewegungenDr. Langdon, Dr. Melissa King

Patientin schreit unter starkem Leidensdruck aufgrund des Gefühls einer aktiven Bewegung im Gehörgang.

+2Details

Klinische Entscheidungsfindung

Priorität hat die Bestätigung eines Fremdkörpers bei gleichzeitiger Ruhigstellung der Patientin, um ein iatrogenes Trauma des Trommelfells (Membrana tympani) zu vermeiden. Belebte Fremdkörper (Insekten) erzeugen einen ohrenbetäubenden Lärm und extreme Schmerzen für den Patienten.

DDx
Belebter Fremdkörper (Insekt/Arthropode)Unbelebter FremdkörperCerumen obturans (Ohrschmalzpfropf)Otitis externa

Diagnostik & Befunde

  • Otoskopie
Befunde:
  • Lebender Arthropode im äußeren Gehörgang (Meatus acusticus externus) visualisiert

Maßnahmen

  • Verbale Beruhigung zur Ruhigstellung des Kopfes
  • Instillation eines topischen Anästhetikums in den äußeren Gehörgang

Verlauf & Reassessment

Die Patientin blieb weiterhin stark agitiert und schrie: 'Holt es verdammt noch mal raus! Ich kann es spüren!'

Therapeutische Intervention

00:09:17S01E04Untersuchungsraum der Notaufnahme
StabilDr. Langdon, Dr. Melissa King

Notwendigkeit, den nunmehr als tot identifizierten Arthropoden aus dem äußeren Gehörgang zu extrahieren, ohne das Trommelfell zu schädigen.

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Klinische Entscheidungsfindung

Der Goldstandard (Standard of Care) besteht darin, den Gehörgang mit physiologischer Kochsalzlösung (NaCl 0,9%) zu spülen, um das tote Insekt auszuschwemmen. Dies ist eine sichere und effektive Methode zur Entfernung eines toten Insekts oder lockeren Cerumens, vorausgesetzt, das Trommelfell ist nachweislich intakt.

Diagnostik & Befunde

Befunde:
  • Insekt erfolgreich herausgespült; visuell als tote Kakerlake identifiziert.

Maßnahmen

  • Ohrspülung mit Kochsalzlösung

Verlauf & Reassessment

Die körperlichen Symptome klangen nach der Spülung vollständig ab; die Patientin schrie jedoch vor tiefem Entsetzen, als sie erfuhr, dass es sich bei dem Objekt um eine Kakerlake handelte.

Diagnosen & Disposition

Diagnosen im Verlauf

  • [00:02:10]Arthropode im äußeren Gehörgang (Meatus acusticus externus)
  • [00:09:17]Fremdkörper (Kakerlake) im äußeren Gehörgang – Erfolgreich extrahiert

Aktuelle Disposition

Entlassen (Beschwerdefreiheit)

Fallanalyse

Episodenkontext

Bietet eine kurze, instinktive komödiantische Auflockerung vor dem chaotischen Hintergrund der Notaufnahme. Es unterstreicht die bizarren und psychologisch erschreckenden Alltagsfälle, mit denen Notfallmediziner konfrontiert sind, während sie gleichzeitig kritische, lebensbedrohliche Traumata versorgen.

Oberärztliche Beurteilung

Medizinische Genauigkeit

Das dargestellte medizinische Vorgehen ist äußerst präzise. Der Arzt stellt fest, dass der Gehörgang betäubt und das Insekt tot ist, bevor er eine 'einfache Spülung mit Kochsalzlösung' anordnet. Dies impliziert richtigerweise, dass im Vorfeld ein Mittel (wie viskoses Lidocain, Mineralöl oder Alkohol) instilliert wurde, um das Insekt abzutöten bzw. zu ertränken und eine Lokalanästhesie zu bewirken, bevor ein Entfernungsversuch gestartet wird. Der Versuch, ein lebendes Insekt mit einer Ohrzange (Alligatorzange) zu greifen, wäre ein Fehler gewesen, den Dr. Langdon korrekterweise vermieden hat.

Komplikationen & Fehler
  • Es wurden keine echten medizinischen Fehler begangen. Allerdings war die Größe der Kakerlake viel zu imposant, um in einen menschlichen Gehörgang zu passen; ihre Größe wurde höchstwahrscheinlich aus dramaturgischen Gründen stark übertrieben.

Klinische Pearls

Vermeiden Sie wässrige Tropfen oder Spülungen bei jeglichem Verdacht auf eine Trommelfellperforation oder wenn der Fremdkörper organisch/quellend ist (wie z. B. ein Samen oder eine Bohne), da dieser aufquellen und sich einklemmen kann (Impaktion). Bei Insekten ist eine Spülung mit Kochsalzlösung absolut angemessen, sobald das Insekt nachweislich abgetötet wurde.

Verwenden Sie zum Spülen des Ohres ausschließlich körperwarme Flüssigkeiten. Kalte oder heiße Flüssigkeiten lösen eine kalorische Reaktion (Vestibularisstimulation) aus, was beim Patienten zu schwerem Vertigo (Schwindel), Nystagmus und Erbrechen führt.

Tipp zu Cerumen: Während physiologische Kochsalzlösung hervorragend zum Ausspülen von toten Insekten oder lockeren Debris geeignet ist, werden Wasserstoffperoxid-Lösungen oder handelsübliche Cerumenolytika für hartnäckiges Cerumen obturans bevorzugt. Die brausende Wirkung von Wasserstoffperoxid weicht den Pfropf chemisch auf und fragmentiert ihn physikalisch, wodurch eine anschließende Spülung wesentlich effektiver ist als die alleinige Verwendung von NaCl 0,9%.

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