Anamnese der jetzigen Erkrankung
Junger männlicher Patient stellt sich in der Notaufnahme mit einer akuten, als „floride“ (hot) beschriebenen Appendizitis vor. Der Fall dient dem Bedside-Teaching von Medizinstudenten bezüglich klinischer Untersuchungsbefunde und evidenzbasierter konservativer (nicht-operativer) Therapie.

Verlauf in der Notaufnahme
Klinische Untersuchung
Chirurgisches Konsil und Lehrmöglichkeit für Medizinstudenten.
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Klinische Untersuchung
Chirurgisches Konsil und Lehrmöglichkeit für Medizinstudenten.
Klinische Entscheidungsfindung
Demonstration einer lokalisierten peritonealen Reizung anhand klassischer eponymer Zeichen (McBurney-Punkt, Psoas-Zeichen). Evaluation des Patienten für eine mögliche konservative Therapie basierend auf aktueller Fachliteratur (CODA-Studie).
Diagnostik & Befunde
- Prüfung des Psoas-Zeichens (Anheben des rechten Beines gegen Widerstand)
Befunde:
- Positives Psoas-Zeichen (Reibung der entzündeten Appendix am Musculus iliopsoas)
Maßnahmen
- Diskussion über Antibiotikatherapie versus chirurgische Appendektomie gemäß der CODA-Studie.
⮑ Verlauf & Reassessment
Der Patient zeigte ein eindeutig positives Psoas-Zeichen. Die Entscheidung (Disposition) zwischen i.v.-Antibiose und Operation steht noch aus.
Klinische Medien

Diagnosen & Disposition
Diagnosen im Verlauf
- [S01E06]Akute Appendizitis
Aktuelle Disposition
Stationäre Aufnahme zur Therapie (Antibiose vs. Operation)
Fallanalyse
Episodenkontext
Der Fall dient primär als narratives Mittel, um die Charakterdynamik zwischen Victoria Javadi und Dr. Shamsi zu etablieren, wobei sich überraschend herausstellt, dass Victoria ihr Kind ist. Das Bedside-Teaching veranschaulicht Familiendynamiken im klinischen Umfeld.
Oberärztliche Beurteilung
Medizinische Genauigkeit
Klinische Lehre von sehr hoher Genauigkeit. Das Psoas-Zeichen (Schmerz bei passiver Extension oder aktiver Flexion des rechten Oberschenkels) ist ein klassischer klinischer Untersuchungsbefund für eine retrozekal liegende Appendix. Die Diskussion der CODA-Studie (Comparison of Outcomes of antibiotic Drugs and Appendectomy) aus dem Jahr 2020 im New England Journal of Medicine ist modern und präzise; sie belegt, dass etwa 70-75 % ausgewählter Patienten mit unkomplizierter Appendizitis erfolgreich allein mit Antibiotika behandelt werden können.
Klinische Pearls
Druckschmerz über dem McBurney-Punkt ist ein bekannter Indikator für eine lokalisierte Peritonitis bei akuter Appendizitis. Er befindet sich anatomisch im äußeren Drittel der Verbindungslinie zwischen der rechten Spina iliaca anterior superior (SIAS) und dem Umbilicus, was in der Regel der Appendixbasis entspricht.
Das Psoas-Zeichen wird ausgelöst, indem der Patient den rechten Oberschenkel aktiv gegen Widerstand beugt (oder durch passive Extension), was zu einer direkten Reibung am entzündeten, retrozekal gelegenen Wurmfortsatz führt.
Die CODA-Studie von 2020 liefert starke Evidenz dafür, dass eine Antibiotikatherapie eine sichere, effektive und nicht-unterlegene (non-inferior) Alternative zur Appendektomie für sorgfältig ausgewählte Patienten mit unkomplizierter akuter Appendizitis ist.
Obwohl die CODA-Studie von 2020 den Einsatz von Antibiotika bei unkomplizierter Appendizitis unterstützt, ist die partizipative Entscheidungsfindung (Shared Decision-Making) entscheidend. Fast 30 % der Patienten im Antibiotika-Arm benötigten letztendlich innerhalb von 90 Tagen doch eine Appendektomie. Darüber hinaus haben Patienten, bei denen radiologisch ein Appendikolith (Koprolith) nachgewiesen wird, ein signifikant höheres Risiko für Komplikationen und ein höheres Risiko für das Versagen einer konservativen (nicht-operativen) Therapie.


